Weihnachtsfeiern: "Fluch oder Segen" ?
13.12.2011 14:33 | von x2x (15) | Registriert seit: 26.01.2011 | Beiträge: 284 | zuletzt aktualisiert von x2x (15) am 13.12.2011 15:32
Es entsteht der Eindruck, dass doch viele Kritiker mit dem Ablauf einer Weihnachtsfeier nicht zufrieden waren. Häufig wird die mangelhafte Servicebereitschaft kritisiert. Die Restaurants sind teilweise überfüllt, der Service ist überfordert, ebenso die Küche. Die Atmosphäre/Deko ist wenig "weihnachtlich". Im Ergebnis wird dann eine Leistung erbracht (Küche + Service), die unterhalb der Erwartung liegt. - So jedenfalls mein Eindruck, nach der Durchsicht diverser "Weihnachtsfeier-RK-Rezensionen". Wobei relativ viele Kritiken von Ersttätern verfasst wurden. - Natürlich alles nicht exakt erfasst, aber immerhin scheinbar ein Trend. Bleibt die Frage nach den Ursachen ?
* Steigen die Ansprüche der Gäste und wächst die Erwartungshaltung ?
* Informieren sich Gäste im Vorfeld zu wenig über die Restaurants ?
* Wurde vielleicht mit dem Gastronom nicht alles vorher sorgfälltig vereinbart ?
* Fühlen sich einige Teilnehmer der Weihnachtsfeiern einfach unwohl, weil das Restaurant nicht ihrem üblichen Anspruch entspricht (Niveau zu hoch oder zu niedrig) ?
Oder liegt es doch eher an den Gastronomen. Möglichst jedes Geschäft vor Weihnachten noch mitnehmen. Frei nach dem Motto: "Weihnachtsfeiergäste kommen mehrheitlich ja nicht wieder, da der Chef ja den Mitarbeitern das Restaurant aufzwingt !
Es gibt natürlich wie immer viele Gründe. Was meint Ihr ? Weihnachtsfeiern, Fluch oder Segen ?Aus der Sicht der Gäste und ebenso aus der Sicht der Gastronomen, inklusive eigener Erfahrungen.
13.12.2011 14:59 | von schmankerl57 (20) | Registriert seit: 05.09.2007 | Ort: Neustadt | Beiträge: 286 | zuletzt aktualisiert von schmankerl57 (20) am 13.12.2011 16:07
Aber auch der Organisator/in der Feier kann einiges beitragen, damit die Feier gut verläuft. Sich rechtzeitig Menüvorschläge geben lassen, am besten 3-4 zur Auswahl und dann verbindlich vorbestellen. Doch die häufig vorkommenden Absagen einiger Teilnehmer bringen dann allerdings Probleme. Vor 2 Tagen hat sich hier ein Kritiker bitterlich beklagt, dass im Lokal nicht genügend Gänsebraten für seine Feier vorhanden war und "auch nicht nachgekocht wurde" Sehr witzig, eine Gans braucht 2-3 Stunden. Vorbestellt hatte er natürlich nichts. Auch die Auswahl des Restaurants wird meist einer Person und deren persönlichem Geschmack überlassen. Da gibts dann oft böse Überraschungen z.B. bei Vegetariern o.ä. Alles in allem finde ich es trotzdem schade, dass so viele Gastronomen leichtfertig ihre Gäste verprellen. Mit Gruppen verdient man in der Regel gutes Geld extra neben dem a la carte Betrieb. Da sollte man dann auch die Personaldecke entsprechend anpassen. Dazu passt der alte Witz:
http://lustich.de/witze/berufe/buerokommunikation-zur-weihnachtsfeier/
13.12.2011 15:41 | von DerSilberneLoeffel (168) | Registriert seit: 31.08.2007 | Ort: Coburg | Beiträge: 2949
Wir schätzen, dass so an diesem einen Abend gut 200 - 220 Personen bewirtet wurden. Wir haben in der Folge; wie viele andere Gäste auch, eine Stunde auf die Getränke und über 2 1/2 Stunden auf das Essen gewartet. Dass dieses noch dazu unterirdisch war, muss ich wohl nicht sagen.
Für uns war dieser Abend ein unrühmlicher Ausrutscher. Aber! Und das finde ich das eigentlich Dumme von der Leitung der Gastronomie: wie viele potenzielle Neukunden wurden durch die Gier, auch noch den letzten Taler abzuschöpfen, so verprellt? Ich hätte auch eine Bewertung abgegeben, kann leider nicht bewerten, da die letzte zu nahe liegt. Das Lokal hat so also nochmals Glück gehabt. An den TIschen um uns herum war viel Unmut, überall war zu vernehmen, dass das Lokal so nicht mehr besucht wird. Und trotzdem ist kaum jemand -weihnachtliche Großmut?- eher gegangen.
Warum, und das geht mir nicht in den Kopf, sagt der Chef nicht irgendwann "Moment, wir sind voll"? Und das zu einem Zeitpunkt, an dem noch Hoffnung besteht?
Zumindest die vorbestellten Tische hätten doch ein Warnsignal sein müssen, das Personal aufzustocken. Und vielleicht auch in der Küche mehr vorzuarbeiten. Soweit es eben geht, das ich mir klar. Aber, wenn zwischendurch vom Personal erzählt wird, dass das Hackfleisch ausgegangen ist, der Salat nur die Hälfte der sonstigen Größe erreicht - dann ist das kontraproduktiv.
13.12.2011 16:32 | von x2x (15) | Registriert seit: 26.01.2011 | Beiträge: 284 | zuletzt aktualisiert von x2x (15) am 13.12.2011 16:33
Mir ist es vor einigen Tagen ähnlich ergangen. Auch in einem Restaurant das ich eigentlich schätze. Allerdings - ob ich das Restaurant schätzte, kenne oder auch nicht - auf Getränke würde ich keine 60 Minuten warten. Maximal (!!) 30 Minuten. Und keinesfalls 150 Minuten auf das Essen. Wenn der Service nicht in der Lage ist innerhalb von 30 Minuten die Getränke zu servieren = Auf Wiedersehen Herr Gastronom ! Egal ob Weihnachtsfeiern, Vollauslastung oder was auch immer. Maximale Wartezeit auf das Essen 60 Minuten. Der geschickte Gastronom überbrückt die zu lange Wartezeit mit einem erweiterten Amuse Bouche oder einer anderen Alternative und hält damit die Gäste bei Laune. Man muss die Wartezeit überbrücken. Die Wirkung ist viel besser, als am Ende des Essens einen Digestiv/Absacker zu servieren. Zu einem Zeitpunkt wo der Gast u.U. immer noch sauer ist.
13.12.2011 17:27 | von DerSilberneLoeffel (168) | Registriert seit: 31.08.2007 | Ort: Coburg | Beiträge: 2949
Unter "normalen" Umständen wäre mir auch die halbe Stunde Wartezeit auf Getränke zu lang. Und auf eine Amuse bouche brauchten wir nicht hoffen, das Lokal war eh komplett überlastet. Aber, beim nächsten Besuch wird das angesprochen.
13.12.2011 18:17 | von x2x (15) | Registriert seit: 26.01.2011 | Beiträge: 284
Klar, mir wären auch die 30 Minuten für die Getränke zu lange. Daher hatte ich geschrieben "maximal". Wie ich mich und meine Ungeduld kenne, würde ich vermutlich nach 15 Minuten schon mehr als unruhig. Aber insgesamt gibt es ja immer besondere Situationen oder Ausnahmen. Eben wie bei Dir und Deiner Begleitung.
Warten wir mal ab, ob es noch andere Meinungen und Erfahrungen zu Thema Weihnachtsfeiern gibt. Die Betrachtung von Schamkerl57 - aus der Sicht der Küche - fand ich ganz interessant.
13.12.2011 18:34 | von rosambo (60) | Registriert seit: 01.05.2008 | Ort: Braunschweig | Beiträge: 1675
Bei einer entsprechenden Organisation im Vorfeld lassen sich auch extreme Stresssituationen bewältigen. Zum Beispiel gibt es bei Gruppen über zehn Personen vorher festgelegte Speisen/Menüs und die passenden Weine dazu kann man auch schon im Vorfeld festlegen. Größere Gruppen werden zeitlich versetzt angenommen – dazwischen ist immer noch à la carte Geschäft – aber die Küche kann entsprechend vorarbeiten und dann auf den Punkt die entsprechenden Essen schicken.
Und wenn nun einer meint, dass seine 30 Leute unbedingt à la carte essen sollen, dann kommt eben der Hinweis, dass dann möglicherweise Wartezeiten bis über eine Stunde einzulkalkulieren sind und ein zeitgleicher Service nicht garantiert werden kann. Das wird ihn dann schon zum Grübeln bringen, vor allem, weil er ja dann dafür verantwortlich wäre. Der Wirt hat ihn ja ausdrücklich darauf hingewiesen.
Ich war über 20 Jahre für die Ausrichtung unserer Betriebsweihnachtsfeiern verantwortlich und habe immer genau das gemacht. Ein Menü festgelegt und zu jedem Gang zwei Weine ausgesucht – einen trockenen und einen nicht ganz so trocken -. Und toi,toi,toi es hat jedes Jahr bestens geklappt und alle waren zufrieden, sowohl unsere Leute als auch die Lokale, weil es eben durch die genau Vorausplanung keinen Stress gab, na ja und die Umsätze passten natürlich auch ;-) .
13.12.2011 18:49 | von Grüne Soße (25) | Registriert seit: 22.07.2011 | Beiträge: 81
Darüber hinaus muss ich sagen, dass ich diesen Effekt auch bei Feiertagen beobachtet habe. Hier läuft häufig einiges schief: zu wenig Personal, Essen im Zwei-Schichten-Betrieb, merkwürdige Speisekarteneinschränkungen (heute kein Beilagenwechsel), eine halbe Ente sind zwei Schenkel, usw.
Allerdings muss man/ich der Ehrlichkeit halber zugeben, dass die Nerven der Gäste vor Weihnachten/an Feiertagen häufig auch einfach blank liegen, was sicherlich nicht zur Entspannung der Servicelage beiträgt.
Als Konsequenz aus unseren Erfahrungen gehen wir an "hohen" Feiertagen und insbesondere dem Muttertag nicht mehr essen, sondern nur noch "unterm Jahr". Wir sind im Mittel einfach zufriedener gewesen.
13.12.2011 23:28 | von Pfannenschwenker (114) | Registriert seit: 31.10.2007 | Ort: Ebensfeld | Beiträge: 5861
Wie Rosambo schon geschrieben hatt liegt es schon im großen und ganzen am Lokal.Wenn ich die Kapazität ncht habe eine größere Anzahl von Gästen nach Karte zu bewirten, muss ich das im Vorfeld abklären und auf lange Wartezeiten hinweisen.
Wir haben bei uns im Lokal 50 Sitzplätze aufgeteilt auf 2 Räume.Feiern nehmen wir nur bis 25 Personen an,so das noch einige Plätze für Stammgäste , Durchlauf usw zur Verfügung stehen.Da es in der Vorweihnachtszeit sowieso etwas ruhiger ist reichen die restlichen Plätze dafür aus.
Die Gäste wissen das nicht alle Zeitgleich Ihr Essen bekommen können wenn aus der Karte bestellt wird. Die Getränke ziemlich zeitnah zu servieren hallte ich aber für absolut wichtig. Gäste 30 Minuten oder länger auf Getränke warten lzu lassen wäre für mich undiskutabel.Es sind ja auch meistens Gäste dabei die schon öfters bei uns waren,diese wegen einer schlecht organisierten Feier zu verlieren wäre der Supergau.Dann lieber vorher absagen.
Unsere 50 Plätze (im Sommer zusätzlich noch 45 Plätze im Garten) sind zumindest am Wochenende meistens voll ausgelastet ,so das unser Service (Chefin und 1 gute Servicekraft) schon an schnelles und effektives Arbeiten gewöhnt sind.Eine zusätzliche Kraft würde da nur stören.
Andererseits ist es auch gar nicht so einfach mit zusätzlichem Personal,welches Lokal hatt denn genügend Reservekräfte in der Hinterhand.
Was mir aber auch immer wieder auffällt ist das Gäste die eingeladen sind viel wählerischer und kritischer sind.Da wird vereinzelt auch schon mal die Stecknadell im Heuhaufen gesucht.
Ein Ärgerniss für uns Wirte möchte ich hier aber noch anbringen,auch wenn es nicht unbedingt zum Thema passt.
Es kommt leider immer wieder vor das für eine bestimmte Zahl an Gästen reserviert wird und dann weniger kommen.
Wir hatten kürzlich eine Reservierung für 22 Personen.Einen Tag vorher haben wir nochmal tel.nachgefragt ob es dabei bleibt.Gekommen sind dann 10 Personen.Da wir für diesen Tag andere Anfragen absagen mussten ist das schon ärgerlich.
Dem Organisator war das auch sehr peinlich,und da er Stammgast bei uns ist können und möchten wir da auch nicht groß Wirbel machen.
Was meint Ihr denn dazu hatt jemand schon diesbezüglich Erfahrungen gemacht.
14.12.2011 00:13 | von DerSilberneLoeffel (168) | Registriert seit: 31.08.2007 | Ort: Coburg | Beiträge: 2949
14.12.2011 01:26 | von Pfannenschwenker (114) | Registriert seit: 31.10.2007 | Ort: Ebensfeld | Beiträge: 5861
Umgekehrt ist es natürlich auch ärgerlich wenn das Lokal eine Reservierung vergisst oder zu wenig reserviert.
Das darf eigentlich nicht vorkommen..
Obwohl man das auch immer wieder in den Bewertungen liest.
14.12.2011 08:29 | von Lobacher (34) | Registriert seit: 17.12.2007 | Beiträge: 3377
(wenn ich Wirt wäre) der Hals auch zwei Nummern größer! Klar, wenn es ein
Stammgast ist kann man da nicht ein großes Trara machen, aber ich würde die
tatsächlich an der eingedeckten Tafel für 22 Personen den ganzen Abend sitzen
lassen (und auch auf evtl. andere Gäste verzichten) damit die wirklich auch
diese „heimeliche Stimmung“ auskosten können.
14.12.2011 08:49 | von x2x (15) | Registriert seit: 26.01.2011 | Beiträge: 284 | zuletzt aktualisiert von x2x (15) am 14.12.2011 08:59
Aber..................................!
Die andere Seite ist natürlich die Struktur der Gäste einer Weihnachtsfeier. Häufig eine Gruppierung, die in dieser Zusammensetzung niemals so zusammen Essen gehen würde. Da gibt es einerseits Mitarbeiter mit einem gehobenen Anspruch und diese sind dann besonders kritisch. Umgekehrt gibt es auch Teilnehmer, die sich in der gehobenen Gastronomie eher unwohl fühlen und mit einigen servierten "Gourmettellern" wenig anfangen können. Da sitzt dann eben der LKW Fahrer (bitte nicht als Deskriminierung verstehen) neben dem Prokuristen, der Abteilungsleiter neben Fräulein "Diskomaus Sorglos" ( "äh gibt et keine Pommes hier") und ein gewisser Teil fühlt sich unwohl. Eben keine homogene Gruppe die nicht vergleichbar mit dem Freundeskreis ist, der gemeinsam Essen geht. Ganz im Gegenteil, eine heterogene Gruppierung, die so eigentlich nicht zusammen passt. Zumindest nicht für einen Restaurantbesuch.
Umso wichtiger ist es, dass der einladende Chef das Restaurant sorgfälltig auswählt und gemeinsam mit dem Gastronomen vorher klare Vereinbarungen trifft. Ist das Restaurant aus der Sicht einiger Mitarbeiter ein "teurer Laden", wird gemeckert. Gemeckert weil der Chef hier so viel Geld ausgibt, man wenig auf dem Teller hat und im Tagesgeschäft wird im Unternehmen gespart. Ganz im Gegensatz dazu der anspruchvolle Mitarbeiter. Sucht der Chef ein eher preisgünstiges Restaurant aus, kritisiert dieser Mitarbeiter die aus seiner Sicht zu geringe Wertschätzung. Mitarbeiter sind häufig viel sensibler, als der Chef es einschätzt.
Fazit (Achtung Ironie): Eigentlich passen Weihnachtsfeier Gäste nicht zusammen.
Eine Lösung für den erheblichen Ausfall von Gästen (für 20 reserviert, 12 kommen nur) habe ich auch nicht. In anderen Dienstleistungbereichen (Fluggesellschaften, Hotels) wird im Regelfall konsequent durchberechnet oder man zahlt im Vorfeld mehr um möglicherweise die Chance zu haben, kurz vorher doch noch aussteigen zu können. Ich denke lieber Pfannenschwenker, dass ist das leider zu kalkulierende Risiko des Gastronomen. Einen echten, durchsetzbaren Lösungsansatz sehe ich dafür nicht. Die Gäste zu diskriminieren - so wie Lobacher es vorschlägt - sehe ich nicht als Lösungsansatz. Mit dieser Maßnahme bestraft man die falschen Gäste. Nämlich die 12 Gäste, die erschienen sind. Und dieser Schuß kann nach hinten losgehen !
14.12.2011 09:22 | von schmankerl57 (20) | Registriert seit: 05.09.2007 | Ort: Neustadt | Beiträge: 286 | zuletzt aktualisiert von schmankerl57 (20) am 14.12.2011 09:45
somit hat der kleine, ehrliche Gastronom wieder die A...Karte. Er kalkuliert preisgünstig und trägt in diesem Fall das finanzielle Risiko allein. Großbetriebe wie Hotelrestaurants verlangen von vornherein sehr hohe Menüpreise und sichern dadurch ihr Risiko ab, wenn sie nicht ohnehin brutal die bestellte Personenzahl abrechnen. Letztendlich bezahlen alle für die ausgefallenen Gäste mit. Ich hoffe, der fragliche Gast weiß das Entgegenkommen von Pfanni wenigstens zu schätzen und revanchiert sich in Zukunft mit häufigen Besuchen. Generell denke ich, dass den meisten die oft ohne triftigen Grund wie Erkältung etc. eine Feier schwänzen die Problematik gar nicht bewusst, bzw. egal ist. Aber so relativiert sich so manche 5x 1 Stern Hassbewertung von selbst.
14.12.2011 11:22 | von x2x (15) | Registriert seit: 26.01.2011 | Beiträge: 284 | zuletzt aktualisiert von x2x (15) am 14.12.2011 13:07
Ja leider ist der Gastronom der Dumme. Richtig ist auch, dass Hotels bei einer Unterschreitung der vereinbarten Gästezahlen bei z.B einem Bankett häufig vorher eine "No Show" Gebühr vertraglich vereinbaren - vorher !!
Insofern sollte der Gastronom bereits bei der Buchung das Thema "Gästeausfall" aktiv ansprechen. Macht man es vorher, sind viele Gäste einsichtig. Sicherlich nicht alle, aber doch relativ viele. Also eine erste Maßnahme. Diese muss zunächst juristisch nicht verpflichtent sein, aber eine "moralische" Vereinbarung kann auch durchaus erfolgreich sein.
Vorgehensweise (bei einer Reservierung für z.B. 20 Personen):
* "Ich (der Gastronom) rufe Sie zwei Tage vor der Veranstaltung an und Sie lieber Gast bestätigen mir dann bitte aktuell, dass 20 Personen teilnehmen". Alleine mit einer solchen Ansage fühlen sich bereits viele Auftraggeber moralisch verpflichtet. Aber bitte nicht warten bis der Auftraggeber anruft, sondern selber 24 oder 48 Stunden vorher agieren und anrufen.
* Auch kann man dem Aufraggeber "Großzügig" vorher entgegen kommen, wenn man ihm sagt das man einen "10% Ausfall" der Gäste selbstverständlich ohne Zusatzkosten akzeptiert. Sollten es aber deutlich mehr sein, muss das bestellte Menue jeweils mit 75% berechnet werden. Das aber bitte vorher vereinbaren. Und "nur" 75% klingt großzügig wie ein Nachlaß. - Den Ausfall hinterher zu diskutieren ohne vorher das Thema aktiv anzusprechen bringt nur Ärger, Stress und kein gutes Ergebnis.
Einfach mal ruhig und sorgsam angehen !
@Wastel
Ja das "zwischenmenschliche" auf Weihnachtsfeiern. Hatte selber gerade das Vergnügen (war es nicht) am Nachbartisch live eine Weihnachtsfeier zu erleben. Ein Chef - geschätzt ca. 60 Jahre alt - mit seinen 9 Mitarbeiterinnen, alle etwa zwischen 35 und 55 Jahren alt. Mit jedem Glas Wein das der Chef unermütlich den Damen einschenkte, wurde die Frequenz der Stimmlagen der Damen immer höher, vorsichtig ausgedrückt. Nach dieser 3 Stunden Erfahrung am Nachbartisch habe ich folgende Entscheidung getroffen. Gerne gehe ich wieder in dieses Restaurant. Aber in keinem Fall mehr zwischen Mitte November und dem 23. Dezember! Der Zeit der Weihnachtsfeiern.
14.12.2011 12:59 | von DerSilberneLoeffel (168) | Registriert seit: 31.08.2007 | Ort: Coburg | Beiträge: 2949
Ok, das ist zu kurz gegriffen. aber die Ansätze von x2x sind gut und in meinem Augen auch praktikabel.
14.12.2011 13:12 | von x2x (15) | Registriert seit: 26.01.2011 | Beiträge: 284
"..................wenn alle Menschen Anstand hätten und zu ihren Zusagen stehen würden".
Dieser Wunsch wird sich nie erfüllen. Insofern vorher Maßnahmen einleiten. Das führt zunächst nicht zum 100% Erfolg, aber wenn ich damit nur im ersten Schritt 30% oder besser noch 50% der Ausfälle ausgleichen kann, ist das doch schon ein schöner, wirtschaftlicher Segen - oder ?
14.12.2011 13:16 | von Pfannenschwenker (114) | Registriert seit: 31.10.2007 | Ort: Ebensfeld | Beiträge: 5861
Problematisch wird es wie es bei uns war.
Ein Stammgast kommt und meldet eine Weihnachtsfeierfür 20 bis 22 Personen für einenm Schützenverein an.Es zahlt aber jeder selber.
11 Tag vorher haben wir Ihn angerufen und nachgefragt ob es dabei bleibt.Es wurde wieder die Zahl 20 bis 22 genannt.
Gekommen sind dann 10 Personen.
Soll ich jetzt diesen Stammgast bestrafen für seine Kollegen und ihn eventuell verlieren ?.
Ich bin mir aber sicher das da auch innerhalb des Vereines Ärger gibt.Es wurde ja auch im Vorfeld eine Liste rumgehen lassen wo sich jeder eintragen musste.
Vieleicht wäre es sinnvol wenn zukünftig der Verein von jedem der sich anmeldet eine gewisse Gebühr verlangt und diese dann beim Verzehr verrechnet werden kann.
Gottseidank hab ich solche Fälle nicht oft,meist sind es nur 1 oder 2 die weniger kommen.
Ausnahme im letzten Jahr bedingt durch starken Schneefall an Weihnachten.Aber da kann keiner was dafür.
14.12.2011 13:53 | von x2x (15) | Registriert seit: 26.01.2011 | Beiträge: 284 | zuletzt aktualisiert von x2x (15) am 14.12.2011 13:59
Natürlich geht es nicht immer und nicht in jeder Konstellation. Vor allem in dem Fall der Selbstzahler. Trotzdem gibt es andere Reservierungen, wo es nur eine Rechungsstellung gibt. Was spricht dagegen, etwas konzeptioneller das Thema "Ausfallgäste" anzugehen. Eigentlich nichts.
Dem Schützenverein würde ich einen netten (wirklich netten, nicht ironisch gemeint) Brief schreiben. Darin nicht klagen, keine Forderung stellen und den Wunsch aussprechen, dass die Mitglieder demnächst auch wieder gern gesehene Gäste (vollzählig) sind. Der Verein - die Person die reserviert hat - soll nur spüren, dass das Thema nicht einfach an Dir vorbeigegangen ist. Und sorry, 11 Tage vorher anrufen ist viel zu früh. Du hättest 2-3 Tage vorher den Besteller anrufen sollen und ihn moralisch in die Pflicht nehmen müssen.
"Das Sie ja unser langjähriger Stammgast sind verlasse ich mich darauf, dass auch alle 22 angemeldeten Gäste kommen. Sie Herr XYZ werden schon dafür sorgen, so wie ich Sie kenne. Auf Sie kann man sich ja immer verlassen. Das Sie mir 22 Gäste bringen, wird auch nicht Ihr Schaden sein. Freue mich schon wenn Sie demnächst wieder mit Ihrer Frau bei mir Essen. Dann haben wir beide bestimmt mal die Gelegenheit, darauf anzustoßen.
Du hättest ihn moralische in die Pflicht nehmen müssen. Der hätte garantiert seine Schützenbrüder und Schwestern alle angerufen. Nicht Du musst eine Strafe aussprechen. Der Oberschütze hätte seine Kameraden "bestrafen" müssen. Denn die haben ihn nämlich vorgeführt. Und das muss ihm mehr als peinlich sein, Dir gegenüber.
Das alles bringt Dir für diesen konkreten Fall keinen wirtschftlichen Ausgleich mehr. Aber garantiert wird das bei dem Schützenverein so nicht nochmals passieren !
14.12.2011 14:16 | von DerSilberneLoeffel (168) | Registriert seit: 31.08.2007 | Ort: Coburg | Beiträge: 2949
Vielleicht wäre es angebracht, ab ca. 10 Personen ein Menü(mit Varianten) anzubieten. Pfanni, kannst Du Dich noch an das Eichhörnchen-Treffen erinnern? Da kann dann auch eine Vorabsumme garantiert werden. Gesetzt wäre somit auf die Selbstkontrolle innerhalb der Gruppe. Und ich denke, dass sich dann auch die 50 - 75 % leichter durchsetzen lassen, wenn der Ausfall der Gäste eintritt. Geschickterweise könnte der bestellenden Person eine Art AB zugeschickt/übergeben werden, in der diese Bestimmung fixiert ist.
14.12.2011 15:02 | von x2x (15) | Registriert seit: 26.01.2011 | Beiträge: 284
Natürlich gibt es auch andere Varianten. Garantierter Mindestumsatz, Ausfallzahlung, Anzahlung, schriftliche Vereinbarung und noch einiges mehr. Der Gast ist über eine schriftliche Bestätigung eines Hotels nicht negativ überrascht. Auch nicht, wenn ein gehobenes Restaurant so handelt. Allerdings kann eine schriftliche Bestätigung/Vereinbarung/Vertrag eines Wirtshauses bei einem Stammgast auch negativ ankommen. In diesem Fall empfehle ich daher schon eher den moralischen Vertrag.
Zunächst muss der Gastronom allerdings sich selber fragen, was kann ich realistisch in meinem Restaurant, an meinen Standort, mit meinem Wettberbsumfeld und bei meinem Gästeklientel durchsetzen. Es nützt nichts etwas mit Macht durchsetzen zu wollen, wenn der Schuß später nach hinten losgeht.
Das wichtigste dabei ist zunächst: Tu etwa, mach den ersten Schritt. Nichts tun bedeutet immer ein Minus !
Noch eine Anmerkungen zu den Oberfranken. An pauschalisierte landsmannschaftliche Verhaltensweisen glaube ich nicht ! Westfalen sind nicht stur, Rheinländer sind nicht immer lustig und gut drauf, Schwaben sind nicht geizig, Ostfriesen sind nicht wortkarg, Berliner haben keine freche Schnautze und nicht alle Oberfranken sind............? Nah zumindest nicht die Mehrheit ! Zu oft habe ich die Aussagen aus allen Ecken Deutschlands gehört: "Bei uns ist aber vieles anders". Die Realität sieht fast immer anders aus. Aber lassen wir das. Ein Thema das fast unerschöpflich ist oder vielleicht einfach nur eine Glaubensfrage !
14.12.2011 17:07 | von DerSilberneLoeffel (168) | Registriert seit: 31.08.2007 | Ort: Coburg | Beiträge: 2949
Ich dachte bei dem Vertrag nicht an einen Vertrag im richtigen Sinn, sondern nur um eine Art Bestätigung, in der eben die Reservierung, die Modalitäten drumherum etc. festgehalten werden. Und der Gast bekommt einen Durchschlag davon. Kommt natürlich darauf an, wie man das verkauft. Aber - meist sind doch sowieso schriftliche Dinge vorhanden, die die genaueren Umstände der Reservierung festklopfen. Warum nicht gleich ein Formular nehmen (ein einfaches!), auf dem dieses festgehalten wird? Und wenn man dem Kunden dann sagt, "so, da steht drauf, was wir alles besprochen haben, da habt ihr es noch mal zum nachlesen, wenn sich was ändert....", dann kommt das auch nicht negativ an. Und dann eben der Hinweis, wie der Gastwirt gedenkt, solche Ausfälle von 60 % zu handeln. Klar, bei einzelnen Personen lohnt das nicht, aber bei solchen Feiern zu Anlässen kann das doch durchaus sinnvoll sein.
14.12.2011 17:51 | von x2x (15) | Registriert seit: 26.01.2011 | Beiträge: 284
Muss nicht zwingend ein Vertrag sein. Daher hatte ich auch geschrieben, Bestätigung/Vereinbarung/Vertrag. Kann man auch nachträglich per E Mail zusenden. Der Gast freut sich immer unterschwellig, wenn er nachträglich noch was erhält. Ausserdem bedeutet "Nachträglich" auch, dass dann nicht mehr viel diskutiert wird. Immer etwas taktisch vorgehen. Keine Sorge, mancher Gast ist ebenso "taktisch".
Ansonsten zu den Oberfranken. Was meinst Du was ich Dir über Sauerländer, Oberbayern, Münsterländer, Schwaben, Rheinländer, Ostfriesen ebenso alles erzählen kann. Es gibt überall Menschen die....................! Lassen wir es besser.
14.12.2011 18:02 | von Pfannenschwenker (114) | Registriert seit: 31.10.2007 | Ort: Ebensfeld | Beiträge: 5861
Ist ein Tippfehler sollte schon einen Tag vorher heissen.
14.12.2011 18:40 | von DerSilberneLoeffel (168) | Registriert seit: 31.08.2007 | Ort: Coburg | Beiträge: 2949
Landeskolorit: wie mein Kumpel immer sagt: "Jeder ist anders blöd". Hat er wohl Recht. :-)
15.12.2011 11:24 | von Pfannenschwenker (114) | Registriert seit: 31.10.2007 | Ort: Ebensfeld | Beiträge: 5861
Hier das Gegenstück dazu.
Hatten wir gestern auch.Es war für 20 Personen bestellt.Dann waren es 28 Personen.Zum Glück war dann noch ein Tisch im Nebenzimmer frei.
15.12.2011 13:34 | von x2x (15) | Registriert seit: 26.01.2011 | Beiträge: 284
Siehste mal, dass war der (Teil) Ausgleich für die nicht aufgetauchten Schützenschwestern und Brüder ! Und so ein Andrang spricht doch für die Qualität deines Betriebes - Gratulation !
15.12.2011 16:35 | von Pfannenschwenker (114) | Registriert seit: 31.10.2007 | Ort: Ebensfeld | Beiträge: 5861
15.12.2011 17:09 | von x2x (15) | Registriert seit: 26.01.2011 | Beiträge: 284
Vermutlich ist im Dezember ist die Terrasse/Biergarten keine eine Alternative.
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Da ich Deine Räumlichkeiten nicht kenne..............................................?????????
15.12.2011 19:13 | von DerSilberneLoeffel (168) | Registriert seit: 31.08.2007 | Ort: Coburg | Beiträge: 2949
Aber mal im Ernst: im letzten Jahr hätte sich eine Schneebar doch gelohnt oder? So mit Glühwein? Vermisse ich bei uns irgendwie.





