Antwort an @ Paulinerpeter - amuse geule
24.12.2011 09:51 | von Wastel (160) | Registriert seit: 07.06.2009 | Ort: Alsdorf | Beiträge: 494
Ich stelle aber diesen Punkt auch mal an alle anderen Wirte in den Raum.
Aber erst einmal zu Ihnen: Ich weiß nicht wer Sie sind, der Wirt bestimmt nicht ( oder ?) aber das hatten wir doch schon mal. Ich schlug Ihnen vor, die Speisen um 1 oder 2 € zu erhöhen, dafür ein amuse servieren, um die Wartezeit zu überbrücken.
Als Alternative schlug ich Ihnen vor, eine Kleinigkeit, gegen gleiche Gebühr, auf die Speisekarte zu setzen. Die angebotenen Vorspeisen sind ( unabhängig vom Preis) in der Menge zu viel um anschl. noch ein Hauptgericht zu verzehren.
Dazu kommt noch, das Einzelgäste sich in dieser dreiviertel Stunde beschäftigen können ohne blöd an die Decke zu starren. ( das betr. natürlich nur Alleinessende. Da der Gesprächspartner fehlt, der Charme Bayerischer Wirtshäuser auch nicht berauschend ist, eine Zeitung nirgends rum liegt, das Handy als Spielzeug nichts taugt da es abgeschaltet ist, usw. Ich wette, das sich über diesen Punkt der sich unglücklich fühlenden Alleinesser sich noch nie jemand Gedanken gemacht hat)
Was ich generell in Deutschland vermisse ( und ja auch eine Alternative sein kann ) warum bekomme ich nicht, wie überall in Italien, einen Brotkorb auf den Tisch gestellt?
Oder wo sind die Gebäckstangen? ( Name entfallen. Grisetti oder so? )
Sie schreiben" bei 9,90€ nicht möglich"
das ist etwas irreführend.
1.) betrug meine Zahlung 20.-€
2.) hier im Bayerischen Wald ist das kein Niedrigpreis.
3.) der Gewinn kommt nicht aus dem Essen, sondern aus den Nebenbestellungen.
4.) etwas Brot, etwas " gut gewürztes Schmalz " z. B. kann auch den Getränkekonsum erhöhen.
5.) der Wohlfühlfaktor und der Aha Effekt wird wesentlich erhöht, eben weil es hier nicht üblich ist.
Natürlich sehe ich das nur als Gast ohne Ahnung zu haben.
Darum ist das meine ganz persönliche Meinung der Sie, und alle kompetenten anderen, gerne widersprechen können.
Die Diskussion ist eröffnet :-)))))))))
24.12.2011 11:47 | von schmankerl57 (20) | Registriert seit: 05.09.2007 | Ort: Neustadt | Beiträge: 286
Fröhliche(!) Weihnachten
24.12.2011 11:58 | von Lobacher (34) | Registriert seit: 17.12.2007 | Beiträge: 3377
allerdings ist dieses Thema in meinen Augen schon ein bisschen problematisch.
Es geht schon damit los, dass ein „Amuse-Gueule“ oder „Amuse-Bouches“ in
Deutschland früher eigentlich nicht üblich war. In der regionalen Küche gab es
vorneweg einfach die obligatorische Suppe (die eh auf dem Herd stand) oder
wenn es etwas mehr sein sollte dann ein Voressen. Erst durch den Einfluss der
französischen und italienischen Küche kamen diese „Schmankerl vorneweg“ in
Mode und hielten in den guten Restaurants Einzug. Ist natürlich auch dem Umstand
geschuldet, dass immer mehr frisch gekocht wurde und die Wartezeit auf den
Hauptgang damit länger wurde.
Heute ist es nun so, dass wirklich in fast jedem „besseren“ Lokal ein „Magentretzer“
serviert wird, dass der in die Kalkulation mit einfließen muss versteht sich von selbst.
Allerdings darf man m. M. in einem Dorfgasthof oder entsprechenden Lokalitäten mit
diesem Service nicht rechnen (auch wenn es für den Gast angenehm wäre). Auch bei
frisch zubereitete Speisen mit der entsprechenden Wartezeit sollte man das nicht erwarten.
Natürlich kann man mit dem Wirt über so eine (nicht wirkliche) Problematik sprechen.
Der von Wastel aufgezeigte Weg scheint mir eine gute Lösung zu sein um auch in dieser
Kategorie von Wirtschaften eine gastfreundliche Art zu zeigen. Einige Kleinigkeiten
für Vorneweg auf die Karte zu setzen sollte doch möglich sein, oder auch einen kleinen
Vorspeisensalat, oder die Möglichkeit den Beilagensalat zuvor zu bekommen, da gäbe es
schon viele Möglichkeiten, wenn man denn wollte. Es erwartet ja eigentlich niemand,
dass der Wirt etwas verschenkt, es sollte nur angeboten werden (gegen Bezahlung) oder,
wenn es die Kalkulation hergibt, dann eben als „Empfehlung des Hauses“.
24.12.2011 12:02 | von Till_Eulenspiegel (17) | Registriert seit: 13.03.2011 | Ort: Essen | Beiträge: 80 | zuletzt aktualisiert von Till_Eulenspiegel (17) am 24.12.2011 12:07
Wastel ist doch immer friedlich, ganz friedlich. Oder? Ich hab ihn noch nicht anders kennengelernt. Gott sei Dank ;-))
@Lobacher
"Es erwartet ja eigentlich niemand, dass der Wirt etwas verschenkt, es sollte nur angeboten werden (gegen Bezahlung) oder, wenn es die Kalkulation hergibt, dann eben als „Empfehlung des Hauses“."
Jau, absolute Zustimmung.
Auch von mir an alle(!) RKler: Frohe und besinnliche Weihnachten, lecker Essen und 'nen guten Tropfen dazu, Till
24.12.2011 12:21 | von Radinn (187) | Registriert seit: 12.03.2009 | Ort: Monheim am Rhein | Beiträge: 1089
2. stimme ich auch Lobi weitestgehend zu.
Ausgangspunkt war eine Geste des Restaurants / Wirtes, um den Gast auf die Speisen einzustimmen bzw. die Wartezeit zu verkürzen. Gesprochen wird von amuse gueule bzw. amuse bouche. Das sind Bezeichnungen, die primär in Restaurants gewählt werden für einen Appetitanreger auf einem höheren oder hohen kulinarischen Niveau. Dass dies von vielen gutbürgerlichen Gasthäusern nicht erbracht werden kann, ist verständlich und tut der Leistung dieser Häuser keinen Abbruch.
Mir wäre vor diesem Hintergrund die Bezeichnung "Gruss aus der Küche" lieber, weil dies für mich allgemeiner gehalten ist. Mancher mag jetzt sagen: Haarspalterei, aber damit kann ich leben. Darin wäre dann für mich auch der Brotkorb mit Butter oder Schmalz enthalten. Das ist in meinen Augen auch in jedem Dorfgasthof möglich.
Diesen Service würden sicherlich nicht nur Einzelgäste begrüssen. Natürlich kann ein Brotkorb auch auf die Karte gesetzt werden, was in Bayern z.B. mit Brezen durchaus nicht unüblich ist. Der Gast entscheidet dann selbst, ob er einen Appetitanreger, Zeitvertreib oder Magenfüller gegen den größten Hunger möchte und der Wirt kann bei seiner "normalen" Kalkulation bleiben.
24.12.2011 13:45 | von Wastel (160) | Registriert seit: 07.06.2009 | Ort: Alsdorf | Beiträge: 494
Da ist mir z.B. Auf Fehmarn folgendes begegnet.
Es gibt etwas Weißbrot und Quark. ( wir reden hier nicht von Mengen!)
Gleichzeitig kommt die Information:" Den Quark können sie bei uns auch kaufen"
Jeder 2. hat gekauft, und es stellte damit ein Zusatzgeschäft dar.
Das gleiche ist mir passiert mit Schinken.
" Der ist von uns selbst! Den können sie auch bei uns am Stück haben"
Ich fand das super!
SO vermarktet man seine Produkte, der Gast wird beschäftigt und eingespielt auf das kommende Essen.
Wo liegt da das Problem?
Ich betone ausdrücklich, das es mir nicht um eine zusätzlich Leistung geht, sondern um ein zusätzliches Angebot.
Wer mich kennt, weiß das ich diese " Geiz ist geil" Mentalität hasse.
24.12.2011 19:19 | von Pfannenschwenker (114) | Registriert seit: 31.10.2007 | Ort: Ebensfeld | Beiträge: 5861





