Missing

29.10.2009 14:11 | von worttreue (1) | Registriert seit: 29.10.2009 | Ort: Tübingen | Beiträge: 1

Schön essen zu gehen in Tübingen ist ein Problem. Viele Italiener, viele China-Restaurants, wenig Originelles.
Carat hat diesen Anspruch. Super Lage, direkt am Neckar gelegen, hochpreisig, also nichts wie los - schließlich hatten wir was zu feiern.
Das Ergebnis: Forelle mit Salzkartoffeln! Schmeckte, wie eben Forellen mit Salzkartoffeln schmecken. Außer, dass die Kartoffeln nicht durch waren. Hart wie Briketts, weigern sie sich, mit der geschmolzenen Butter eine Verbindung einzugehen.
Der Zwiebelrostbraten meines Mannes schmeckte gut, aber keineswegs überragend. Normal eben. Nicht so, wie man es sich wünscht, wenn man 47 Euro bezahlt hat (incl. 1 Glas Rotwein, 1 Saftschole, 1 Espresso und 1 Grappa).
Der Nachtisch entfiel, obwohl wir prinzipiell durchaus nicht abgeneigt gewesen wären. Aber was die Karte anbot, übersteigt kaum die übliche Hausmannskost: Drei Kugeln Eis mit Sahne, Eis mit heißen Himbeeren, warmer Apfelstrudel. Aha! Nein Danke!
Was allerdings am meisten irritierte: Die Bedienung. Bzw. das Sprechorgan derselben. Die Dame redete, als sei der Rest der Menschheit mit Taubheit geschlagen. Ohne einen Anflug von Gespür wiederholte sie die Bestellungen so laut, dass auch der Letzte des recht geräumigen Ambientes es mitbekommen hätte (falls dort jemand gesessen hätte). Ebenso wurde unsere Antwort auf ihre herausgeplärrte Frage, ob wir bar oder per Karte zu bezahlen gedenken, launig munter und für alle vernehmbar wiederholt. Wozu? Das fragten wir uns an diesem Abend mehrfach. Zum Glück war das Carat nicht gerade gut besucht. Ein anderes Paar erkundigte sich nach den Bedingungen für eine Geburtstagsfeier - auch diese Details wurden lauthals verkündet, sodass wir während dieser Debatte zuzuhören gezwungen waren.
Schade! Wo sind die guten Köche für den besonderen Abend? Hier jedenfalls nicht.

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