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Slow Food Messe Stuttgart 15.-18 April: Geschmacksnerven wachkitzeln
31.03.2010 | Autor Dirk Baranek (73) | Events, Messe | Kommentare (0)
Jeder kennt die Geschmacksrichtungen süß, salzig, sauer und bitter. Schon weniger bekannt ist die fünfte Geschmacksrichtung "umami" (Japanisch für "köstlich"), ein Geschmack, der unter anderem bei Sojasoße und Fleisch zur Geltung kommt und von den Glutamat-Rezeptoren wahrgenommen wird. Jetzt glauben australische Forscher, noch einen sechsten Geschmackssinn entdeckt zu haben: den für Fett.
Man muss jedoch gar nicht erst bis nach Australien gehen, um die Fähigkeiten der vielen tausend Geschmacksknospen zu entdecken, über die der Mensch verfügt. Dazu reicht ein Besuch der Slow Food Messe, dem Markt des guten Geschmacks, vom 15. bis 18. April in Stuttgart völlig aus.
Vorausgesetzt, man besucht eines der sechzehn Geschmackserlebnisse, die im Rahmen der Messe offeriert werden, und die nicht nur verschiedene Köstlichkeiten, sondern auch jede Menge Zusatzinformationen und fachkundige Anleitungen zum richtigen Verkosten bieten.
Wer kennt zum Beispiel den Unterschied zwischen einer einheimischen Bachforelle und einer "zugeschwommenen" Regenbogenforelle, die ursprünglich aus Amerika stammt? Des Rätsels Lösung: Die einheimischen Fische wachsen viel langsamer als die Amerikaner - und den Unterschied merkt man nicht nur in der Textur, sondern auch im Geschmack. Davon können sich die Besucher am Samstag, den 17. April 2010 um 13.00 Uhr überzeugen, wenn sie sich ein Carpaccio sowie eine gedünstete und eine gebratene Variante der jeweiligen Art auf der Zunge zergehen lassen. Das Ganze wird "gewürzt" mit vielen Informationen rund um diese Fischarten.
Blumig geht es am Freitag, den 16. April um 17.00 Uhr zu. Wer glaubt, dass Blumen nur für die Vase, die Fensterbank oder den Garten geeignet sind, der kann bei diesem Geschmackserlebnis sein buntes Wunder erleben. Denn Blüten in der Küche haben eine lange Tradition, auch wenn sie vielfach verloren gegangen ist. Ob Orangen- oder Rosenblüten, Veilchen oder Lavendel oder auch die leuchtenden Blüten der Kapuzinerkresse: Als Speisezutat und Gewürz sprechen die duftenden oder würzigen Schönheiten nicht nur das Auge und die Nase, sondern auch die Geschmacksnerven an.
Auch tschechische Slow-Food-Anhänger sind bei den Geschmackserlebnissen mit von der Partie, denn Tschechien ist Gastland der Slow Food Messe. Bei den Geschmackserlebnissen werden typische tschechische Mehlspeisen aus Hefeteig mit verschiedenen Füllungen ebenso angeboten wie verschiedene Biere, die viel varian-tenreicher als das bekannte Pilsner oder Budweiser sind.
Selbstverständlich darf getreu dem Slow-Food-Credo Regionaltypisches bei den Geschmackserlebnissen nicht fehlen - und was steht wohl mehr für das Schwabenland als die Maultasche? Klassische Zubereitungsarten der wegen des versteckten Fleischanteils auch "Herrgottsb'scheißerle" genannten ursprünglichen Fastenspeise sind gekocht in der Brühe, mit Zwiebeln geschmälzt oder mit Ei gebraten. Dass das schwäbische Nationalgericht jedoch auch modernen Zubereitungsarten gegenüber durchaus offen ist, demonstriert Fernsehkoch Simon Tress am Donnerstag, den 15. April um 16.00 Uhr.
Die vielen verschiedenen Geschmackserlebnisse auf der Slow Food Messe bieten jedoch nicht nur für die großen Genießer etwas. Am so genannten Schülertag, dem 16. April, soll ganz gezielt auch das junge Publikum eingeladen und angesprochen werden. "Elisa - Die Schokoladenfee" verrät, dass es viel besser ist, nur wenig, aber dafür erstklassige Schokolade zu essen und stellt dies auch gleich mit leckeren Kost-proben unter Beweis, und Biolandwirt Walter Kresse zeigt anschaulich, dass aus der tollen Knolle Kartoffel bei weitem nicht nur Pommes und Chips hergestellt werden können.





