Salzburger Kulturhistoriker Prof. Lothar Kolmer erhält wissenschaftspreis für interdisziplinäre Essensforschung und Kultur der Gastlichkeit

29.11.2011 | Autor JanRK (0) | Auszeichnungen | Kommentare (0)

Der salzburger Kulturhistoriker Prof. Lothar Kolmer erhält den Wissenschaftspreis für interdisiplinäre Essenforschung und Kultur der Gastlichkeit. Der Professor der Universität Leipzig wurde für die Erweiterung seiner Disziplin um das kontinuierliche Nachdenken über das Essen und die Grüdung des Zentrums für Gastrosophie ausgezeichnet.

Prof. Lothar Kolmer (re) mit Wissenschaftspreis Kulinaristik ausgezeichnet I. Lehmann/MRI

Der Kulinaristik-Wissenschaftspreis wird jährlich an Personen oder Institutionen verliehen, die aus wissenschaftlicher Sicht besondere Dienste um die theoretische oder praktische Vertiefung unseres Wissens von der kulturellen Bedeutung des Essens und der Gastlichkeit im Aufbau der Kultur, in der Verständigung zwischen Menschen und im Leben des Einzelnen erworben haben.

Die Preisverleihung fand im Max Rubner-Institut, den Bundesforschungsinstitut für Ernährung und Lebensmittel, statt und sollte die enge Verbindung zwischen den Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften sowie den Kulturwissenschaften des Essens dokumentieren.

Die Laudatio auf den Preisträger hielt der Vorsitzende des Kulinaristik-Forums, Prof. Alois Wierlacher. Der nach einem ausführlichen Überblick über die Tätigkeiten des Prof. Kolmers explizit hervorhob, wie dieser auf die "verkehrte Welt" des Sterne-Wahns hinwies. Kolmer:" Die sieben Gänge vieler Sterneköche symbolisieren das Zuviel an Dekoration, zuviel an Design, zuviel an Vordergründigkeit" und auch in der Restaurantkritik "reflektiert kaum ein Kritiker (darüber), dass der Essende beim Essen seine eigenen Wirklichkeit erkennt und gehalten ist, darüber nachzudenken". Wierlacher wies anschließend daraufhin, "dass Essen und Trinken in der Tat nutritive und kommunikative Handlungen seien, so dass es darauf ankomme, sie in ihrem Zusammenhang zu begreifen statt sie fein säuberlich von einander zu separieren und mit der Sternewelt und ihrer Stilisierung einzelner guter Handwerker zu Stars einen neuen Elfenbeinernen Turm aufzubauen, deren Bewohner von den realen Umfeldern der meisten köche - wie dem Unternehmensmilieu, der Restaurantleitung, der Betriebswirtschaft und den Finanzierungsleistungen - ähnlich absieht wie es früher die Geisteswissenschaften mit den Schriftstellern getan haben."

Dotiert ist der Preis mit 5000 Euro, gesponsort von der Bank Sarasin AG und überreicht wurde der Preis von dessen Vorstandsvorsitzendem Frank Niehage.