Coooooool und wahr!!!
Grins!
Rätselhafte Berufskrankheit befällt vor allem weibliche Servicekräfte
15.12.2007 | Autor DerGaumenkitzler (75) | Allgemein | Kommentare (2)
Ein satirischer Kommentar
Frauen ticken anders als Männer – das wissen wir nicht erst seit Mario Barth oder anderen neuzeitlichen Jux-Flummis, die darüber auf deutschen Bühnen sinnieren. Frauen denken anders und reden anders als wir Männer und sogar in der Gastronomie leiden sie viel häufiger an einer bislang unerforschten Berufskrankheit…
Sie können gleichzeitig eine Musik-CD geniessen während sie in ihren neuen Nora Roberts Roman vertieft sind und ihre Steuerung funktioniert ganz anders als die ihrer männlichen Kollegen. Frauen lieben es auch, Gedankensprünge zu verarbeiten und Sätze in der Mitte abzubrechen, um mit einem ganz neuen Thema zu beginnen. Das kommt Ihnen bekannt vor? So weit, so gut.
Vielleicht ist es eben diese Andersartigkeit in der Gedanken- und Kommunikationszentrale, die dafür sorgt, dass Frauen, welche im Service eines gastronomischen Betriebes arbeiten, sich immer häufiger und vor allem überproportional oft gegenüber ihren männlichen Kollegen an einer sich pandemieartig ausbreitenden Infektion anstecken: der rätselhaften „So-Krankheit“!
Der Fall: ich habe mich zu einem Dinner verabredet und in einem gemütlichen Lokal einen Tisch für Zwei bestellt. Die nette junge Dame vom Service geht uns an den Platz voraus, weist mit einer ausladenden Armbewegung auf den romantischen Ecktisch und meint: „So – bitteschön!“
Wir setzen uns. Ach, ja … verliebt schauen wir uns in die Augen und halten unsere kalten Hände, als sich eine dritte Hand zwischen unseren Nasen durchmogelt, um mit einem Feuerzeug die Kerze anzuzünden, was die Inhaberin dieses Armes mit einem genüsslichen „Soo…“ untermalt. Vermutlich will sie uns mit den drei Buchstaben mitteilen, das hierdurch die Romantik des Abends um ein Vielfaches erhöht wird.
Danach dreht sich die Gute um 180 Grad, greift sich zwei Speisekarten von dem kleinen Beistelltisch und reicht uns diese mit einem fröhlich zwitschernden „Sooo! Darf es dann schon etwas zu trinken sein? Einen Aperitif vielleicht?“ Den Geschmack meiner Dame kennend flöte ich gut gelaunt zurück: „zwei Aperol mit Prosecco und einem guten Schuss Martini d´Oro bitte!“ – im Übrigen eine herrlich geschmacksverstärkende Variante dieses neumodischen Jungdynamiker Gesöffs, die den Drink auch dann noch etwas rettet, wenn entweder zu wenig Aperol drin ist oder der Prosecco noch von der vorletzten Silvesterfeier vollkommen leblos im Glas dümpelt.
Nach wenigen Minuten ist die Gute freudestrahlend zurück und serviert die beiden orange nach Lachsersatz leuchtenden Drinks: „Soo – zwei Aperol Proseccöchen, bitte sehr!“
So langsam fällt mir das Rumge“so“e auf und ich mache den Fehler, darauf zu achten. Ach was sage ich – ich warte förmlich darauf!
„So – haben Sie schon etwas gewählt?“ will die Infizierte von uns wissen. Wir bestellen Fisch für meine Begleitung und Filetsteak für mich. „Dankeschön“ jubelt die Bedienung – „Gott sei Dank!“ murmele ich in meinen Bart. „Was ist?“ fragt mich mein weibliches Gegenüber. „Ach, ich war nur gerade froh, dass sich die Kellnerin eben das erste mal artikuliert hat, ohne ihre Rede mit einem SOO zu beginnen – eigentlich unwichtig.“
Oh doch – es ist sehr wichtig! Gespannt warte ich nämlich auf den nächsten Auftritt, der natürlich nicht lange auf sich warten lässt. „Soooo – das Filetsteak???“ gackert sie fragend in unsere kleine Runde. Ich hebe leicht die Hand und sage: „für mich bitte“. In dem Moment stellt sie mir einen Beilagensalat vor die Nase. „Und der Fisch für die Dame…“ und stellt den zweiten Beilagensalat ab. Langsam von den schrecklichen Sooo´s erschlagen feixe ich: „ach, sooo sieht also ein Rinderfilet aus – das habe ich mir aber ganz anders vorgestellt…“
Während ich unter dem Tisch verspüre, wie sich eine Schuhspitze in die dünnwandige Haut meines Schienbeines bohrt, schaut mich die Bedienung nur entgeistert an und meint verlegen: „also, das ist der Beilagensalat zu dem Filet.“ Wohl wissend nicke ich lächelnd und freue mich dabei, dass der Pumps nicht mehr in meinem schmerzenden Unterschenkel steckt.
Um die Sache etwas abzukürzen: der Rest des Abends verläuft nach dem immer gleichen Ritual. Gaumenkitzler bestellt etwas, die Dame bringts und ihr erstes Wort ist… na – wer weiß es? Genau: „Soooo“! Es ist grausam – je mehr man auf eine bestimmte Angewohnheit achtet, umso mehr tut es einem selbst weh, wenn das böse Wort wieder ausgesprochen wird.
Als die Kellnerin mir die bestellte Rechnung bringt, lasse ich – bevor sie noch ansetzen kann – meinen Geldbeutel laut auf den Tisch fallen und untermale dies mit einem unüberhörbaren „Sooooooooo!“ worauf nicht nur sie mich mit großen Kulleraugen anschaut wie eine mit einer Fanfare aufgeschreckte Nachteule, sondern mindestens noch sieben weitere Pärchen in unserer Nachbarschaft die Köpfe zu uns drehen.
In dem Moment hat es sich ausge“so“t.
Woran liegt dieses Phänomen, dass – vornehmlich weibliche – Bedienungen fast immer vor jedem Gang zum Gast den Konversationsreigen mit einem „So“ eröffnen? Ist es Unsicherheit? Fällt ihnen kein anderes Wort ein? Gut – in anderen Ländern ist das ähnlich.
Aber da klingt es einfach flockiger und gehört irgendwie dazu, wenn Luigi an den Tisch kommt und sagt: „Allora – raggazzi! Sechsunfummsisch Euro genau. Due Espressi gehte auf Haus. Magge ische Eusch nog eine Panettone fier Weihnaggde sum Mitnemme fertisch, eh?!“
Die So-Krankheit wird vermutlich nie wirklich erforscht und somit auch nicht behandelbar werden.
Machen Sie sich doch einmal den Spaß und achten Sie bei ihrem nächsten Restaurantbesuch auf die Bedienung. Oder besser – tun Sie es nicht. Sie könnten sonst vielleicht nie mehr in Ruhe und entspannt Essen gehen…
Soooo – mein Essen kommt, ich muss Schluss machen!
Frohe Adventstage wünscht Ihr Gaumenkitzler!
Kommentare (2)
Generally I do not post on blogs, but I would like to say that this post really forced me to do so! really nice post.
primenenie levitry





