Ich weiß nicht wie, aber offensichtlich schaffen es die Betreiber des Buzzano ein perfektes Marketing aufzuziehen. In dem Lokal war bei meinem Besuch nur ein einziges Gericht erwähnenswert, dass war das dry aged beef. Für dessen Qualität kann die Küche aber nichts. Da wo die Küche gefragt war war das Essen eher banal. Das das Anbiente witzig ist ist unbestritten. Dies gilt auch für die Homepage. Ich würde mir allerdings wünschen, dass das dort investierte Geld lieber in einen ordentlichen Koch investiert würde. Mich wundert nur, dass auch relativ erfahrene Kritiker Opfer dieser Marketingstrategie werden. Aber vielleicht gehört Herr Baranek zu den Kunden die mit einem ordentlich gebratenen Steak zufrieden sind. Mir reicht das nicht. Ansonsten wundern mich die vielen euphorischen Einsteigerkritiken, hinter denen ich ein gewisses System vermute. Wahrscheinlich das gleiche System, dass die handelnden Personen vom Ivory Club übernommen haben. Wenn Herr Baranek an anderer Stelle feststellt, dass der Ivory Club und die anderen zum Konzern gehörenden Restaurants von den Führern seltsamerweise ignoriert werden passt das ins Bild. Ein Stück Fleisch in die Pfanne zu hauen ist nun mal keine Kochkunst. Wenn die Fleischqualität stimmt kann das jeder. Insofern liegen die Führer völlig richtig wenn sie diese Art Restaurants ignorieren. Wem ein gut gebratenes Steak ausreicht, und wer darüberhinaus bereit ist überzogene (für diese Restaurantkategorie) Getränkepreise zu bezahlen, der kann diese Restaurants guten Gewissens aufsuchen. Alle anderen sollten lieber in richtig gute Restaurants gehen.
Genco Buzzano - Italienisch im Mafia-Style in Frankfurt/M
08.11.2010 | Autor Dirk Baranek (73) | Restaurant | Kommentare (2)
Kommentare (2)
Ich war gerade zum ersten Mal in Frankfurt und meine Vorab-Recherche bei großem Interesse an Dry Aged Beef hat mich in die Fänge dieser Mafiosi getrieben; ich bestellte einen Tisch ohne zu ahnen wo ich hereingezogen werde . . .
Zur Erklärung:
Durch langjährige Arbeit in der Gastronomie - während meines Studiums - habe ich mir einen kritischen Blick und Gaumen antrainiert, beinahe hätte ich mein Studium pausiert, als mir ein Posten als Personalleiter angeboten wurde, die Assistenz der Geschäftsleitung mit Entscheidungsbefugnis über Küche, Karte und Keller hatte ich da schon.
Um eine lange Geschichte kurz zu machen, ich habe mich nicht von dem gediegenen Ambiente des „Buzzano“ einlullen lassen und bin kritisch auf der Hut geblieben. Wichtiger ist mir die Qualität des Essens und der Getränke sowie die Hygiene, ein lockerer Handtuchhalter zum Beispiel oder unpassende Dekoration fallen mir zwar auch auf, sind aber wenn nicht gravierend für die Wertung ohne Einfluss.
An diesen „Nebensächlichkeiten“ fiel mir jedoch als einziges der abgebrochene Lauf eines „Chicago Typewriters“, also einer Tommy Gun auf – ansonsten war alles sehr edel und geschmackvoll im passenden Stil eingerichtet, die Bar hätte ich sehr gerne mit nach Köln genommen.
Das Wesentliche:
Das Essen war hervorragend, nicht nur mein ersehntes Dry Aged Beef (man vergisst es nie mehr!), sondern die Beilagen sogar mit kleinen Sonderwünschen wurden perfekt zubereitet (probieren Sie statt dem „Cream(ed) Spinach“ mal den Spinat klassisch angemacht!).
Auch meine Begleitung war mit kritischem Gaumen dabei und hat sich an den anderen köstlichen Mains und Sides vergnügt. Anders als ein Vorredner berichtet war bei unserem Besuch also nicht nur das Fleisch entscheidend, außerdem kann man ein Stück gutes Fleisch als „Jedermann“ doch eher hin- als herrichten, Kompliment an die Küche!
Der Wein zeigt die Handschrift des Sommeliers und dessen Fachkenntnis kann jeder gerne auf die Probe stellen. Er ist bescheiden und hilfsbereit und seine Empfehlung fand ich überaus treffend. Gerne informiert er einen bei Interesse umfassend über den jeweiligen Wein, drängt sich aber nicht auf dabei.
Sicher sind die Weinpreise kein Discountniveau, aber die angeboten Weine eben auch nicht, wer sich davon überzeigen möchte, der kann im Internet schnell einen Eindruck erhalten, dass sehr fachkundig eingekauft und kalkuliert wird. Meine persönliche Empfehlung ist der „Syrah White!“, ein weißausgebauter Verteter der Shiraz- oder Syrah-Familie, der den Rotweinen aus der gleichen Edelrebe in nichts nachsteht.
Ich werde gewiss beim nächsten Frankfurt-Besuch hier Station machen und mich wieder von diesen Mafiosi entführen lassen!





