Gaumenkitzlers Stippvisite (4): Unterwegs in Franken - Heute: VILLA MARBURG

03.02.2008 | Autor DerGaumenkitzler (75) | Allgemein | Kommentare (4)

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Gastlichkeit in Franken - wie schaut es hierbei aus? Insbesondere bei gerne gebuchten Wochenendarrangements? Schauen wir heute nach Heigenbrücken in Unterfranken - genauer gesagt in die VILLA MARBURG.

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Haupthaus

Der wohlhabende Frankfurter Kaufmann Rudolf Marburg baute die Villa 1884 in dem Hochspessartdorf Heigenbrücken als Wohnhaus für sich und seine Familie. Nach 114 Jahren erwarb die Familie Wenzel das Grundstück und baute in dreijähriger Arbeit das Gelände zu einem beachtlichen Hotelkomplex aus.

Das heutige Anwesen besteht aus dem historischen Gebäude, das in einen modernen Hotel- und Restaurantkomplex eingebettet wurde, sowie einer parkähnlichen Anlage entlang des Lohrbachs, an die sich das später hinzugekommene Gästepalais, sowie das 300 Personen fassende, zur Veranstaltungshalle umgebaute "Alte Sägewerk" anschließen. Die Villa Marburg bietet heute 29 exklusive Zimmer und Suiten mit insgesamt 60 Betten an, die allesamt über TV, ISDN-Anschluss, Minibar, Dusche oder Bad verfügen.

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Gästepalais

Zum Angebotsumfang gehören auch einige Arrangements - unter anderem das hier vorgestellte "Weekend Special", welches zum Preis von 150 Euro eine Übernachtung für zwei Personen im Doppelzimmer inklusive Frühstücksbuffet, Begrüßungscocktail, ein Vier-Gang Candlelight Dinner sowie die Nutzung des Wellnessbereiches beinhaltet.

CHECK IN:

Der um 15 Uhr bei trüben Wetterverhältnissen unbeleuchtete und sehr düster wirkende Eingangsbereich machte zunächst den Eindruck, als sei das Hotel geschlossen. Die Dame an der Rezeption trat zwar recht freundlich auf, bot aber ausser der Übergabe und Erklärung der Schlüsselkarten keinerlei Informationen zum Haus und bezüglich des gebuchten Arrangements, sowie zum extra bestellten British Afternoon Tea. Der junge Mitarbeiter, der uns zum Gästepalais begleiten sollte, fragte erst nach Verlassen des Haupthauses, ob er das Gepäck abnehmen könne. Wertung: ausreichend

ZIMMER:

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Das komfortable aber etwas kleine Zimmer verfügte über die bereits genannten Annehmlichkeiten. Die Ausstattung in roten und braunen Tönen war angenehm. Bademäntel, Badeschuhe, Nähzeug und Schuhlöffel, sowie eine Kerze samt Streichhölzer für den Fall eines Stromausfalles waren nützliche Accessoires. Das kleine aber helle Bad verfügte über einen Kosmetikspiegel und einen Föhn. Alles wirkte gut gepflegt. Wertung: gut

SICHERHEIT:

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Das im Zimmer ausliegende Informationsmaterial zum Haus hält auch eine detaillierte Beschreibung bereit, wie man sich im Brandfall verhalten soll. Am Ende jeden Ganges befindet sich ein Notausgang, der zur Feuertreppe im Freien führt. Auf die Verwendung nachtleuchtender Markierungen am Boden wurde verzichtet - der Notausgang als solches aber gut gekennzeichnet. An jedem Ende eines Flures stehen Feuerlöscher, die mit zum Ambiente passenden Holzvertäfelungen verkleidet und auffällig markiert wurden. Die Sicherheitstechnik im gesamten Hotelbereich entspricht laut Aussage des Betreibers den neuesten Standards. Wertung: gut

BRITISH AFTERNOON TEA:

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Parkcafé & Frühstücksrestaurant

Jeden Sonntag ab 15 Uhr oder auf Vorbestellung besteht im Parkcafé die Möglichkeit zur gepflegten Teestunde. Zum Preis von 15 Euro pro Person erwartet den Gast die Teeberatung und Zubereitung durch einen in Ceylon geschulten Teamaster, ein Glas Sekt, Portwein oder Sherry, sowie kleine Köstlichkeiten aus der Patisserie und Küche des Hauses.

Obwohl wir reserviert hatten, überkam uns das Gefühl, als hätte man nicht wirklich mit uns als Gästen gerechnet. Eilig wurde der Platz im mit großen Panoramascheiben versehenen Parkcafé, das auch als Frühstücksrestaurant dient, hergerichtet. Die Dame zeigte bei der Beratung zur richtigen Teesorte leichte Unsicherheiten. Um einen Teamaster schien es sich hier nicht zu handeln. Als einzige Gäste kamen wir uns recht verloren vor - es wurde keine dezente Musik gespielt - und nur durch den lauten Klönschnack mehrerer Servicemitarbeiterinnen an der Rezeption bekam man den Eindruck vermittelt, nicht ganz alleine in einem wie ausgestorben wirkenden Haus zu sein.

Die Auswahl an losen und Beuteltees der Marken Gschwendner und Ronnefeldt ist groß und bietet für jeden Geschmack eine Bandbreite an Grün- und Schwarztees, Rotbusch-, Früchte- und Kräutertees, sowie einige interessante Ayurveda-Mischungen.

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Gereicht wurden Scones mit Sahne und Erbeermarmeldade, hausgemachte Pralinen und Teegebäck, Asiawindbeutel mit Roastbeef , Wrap mit Lachs und Fingersandwich mit Mango und Gurke. Alle Gerichte waren leider zu stark gekühlt, so dass sich der Geschmack nicht wirklich entfalten mochte.

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Auch wurde nicht gefragt, welche Art von Sherry oder Portwein bevorzugt wird. Wertung: befriedigend

REZEPTIONSSERVICE:

Um Geld zu wechseln musste ich - da die Rezeption nicht besetzt war - drei Mal die Funkklingel betätigen und rund sechs Minuten warten, bis eine Mitarbeiterin kam. Wertung: mangelhaft

GASTRONOMIE:

Gemessen an der Bettenanzahl leistet sich die Villa Marburg den Luxus einer fast schon verschwenderisch wirkenden Restaurant-Landschaft.

Im Gourmetrestaurant CULINARICUM verwöhnt Chefkoch Klaus Ullrich mit einer interessanten Crossover-Küche aus regionalen fränkischen Spezialitäten und südostasiatischen Rezepturen. Öffnungszeiten: Samstags, Feiertags und auf Vorbestellung.

Das PARKRESTAURANT bietet neben einem traumhaften Blick auf den Hotelpark gehobene internationale Küche in stilvollem Ambiente

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Parkrestaurant

Öffnungszeiten: Samstag, Sonntag und an Feiertagen (sowie für Hausgäste unter der Woche zum Abendessen) von 11 bis 23 Uhr
In der fränkischen WEINSTUBE im Kellergewölbe des Hauses wird Montag bis Freitag von 11 bis 22 Uhr regionale und internationale Küche, sowie Kaffee und Kuchen angeboten.

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Weinstube

CANDLELIGHT-DINNER:

Der Tisch zum Abendmenü wurde im Parkrestaurant reserviert. Man findet hier auch eine große, einladende Theke mit Barbereich und eine kleine, gemütliche Lounge mit ausliegender Cocktailkarte, um vor oder nach dem Essen noch etwas zu verweilen.

Die freundliche und aufmerksame Mitarbeiterin kümmerte sich den Abend über meist aufmerksam um die leider recht wenigen Gäste. Auch eine bei der Dame zwischendurch aufgegebene Order zweier Extrakopfkissen für unser Zimmer wurde prompt weitergegeben und bis zur Rückkehr am Abend erledigt.

Eine Bewertung des Restaurantbesuches sehen Sie hier: http://www.restaurant-kritik.de/bewertung/74523/

Wertung: sehr gut

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Parkrestaurant

WELLNESS & FITNESS:

Die Villa Marburg verfügt über einen Fitnessraum, ausgestattet mit den gängigsten Geräten, wie Laufband oder Ergometer. In der schicken Lohrbach-Therme finden sich Dampfbad, Tepidarium, Whirlpool, Solarium und Ruheraum. Im Gästepalais ist noch eine Finnische Sauna untergebracht. Alles machte einen sehr gepflegten Eindruck, wurde aber nicht getestet. Wertung: keine

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TURNDOWN-SERVICE:

Dieser Dienst am Gast vor der Bettruhe fand hier nicht statt und wurde auch nicht erwartet, wenngleich er mitunter in manchen 4* Superior Häusern angeboten wird. Wertung: keine

MÄNGEL:

Das Gästepalais ist durch zwei überdachte Fußwege mit dem Haupthaus verbunden und in einigen Sekunden zu erreichen. Warum bei einer dieser Verbindungen auf den letzten dreieinhalb Metern auf eine Überdachung verzichtet wurde, ist schleierhaft. Gäste, die bei starkem Regen ohne Schirm den Weg ins Freie antreten, können eine unangenehme und unfreiwillige Dusche abbekommen.

Hinweisschilder sind im ganzen Haus nur als mit Reissnägeln befestigte Zettel zu finden, was nicht so ganz zum sonst sehr auf Stil bedachten Haus passen will. Auch sind die Wegweiser teils undeutlich formuliert und der Weg endet mitunter vor einer unbeschrifteten Türe, was den neuen Gast manchmal etwas genervt im Unklaren lässt, wo er sich nun befindet.

CHECK-OUT:

Hier war wieder die Dame vom Anreisetag zugegen. Der Check-Out ging freundlich vonstatten und eine zuvor georderte Tagungsmappe lag eigens zusammengestellt zur Mitnahme bereit. Wertung: gut

FAZIT:

Die Villa Marburg bietet ein angenehmes Ambiente, das von geschmackvoller Einrichtung zeugt. Kleine Unzulänglichkeiten wie die teils ungünstigen Hinweisschilder und das fehlende Überdachungsstück sind nicht dramatisch, verwundern aber etwas beim sonst recht durchdacht wirkenden Konzept des Hauses. Für eine Auslastung wie am vergangenen Wochenende ist das Hotel - vor allem im gastronomischen Angebot - deutlich überproportioniert. Bleibt zu hoffen, dass in den wärmeren Monaten eine größere Gästezahl Leben in das Haus bringt.

Das Preis-Leistungsverhältnis für dieses Arrangement ist als gut zu bezeichnen, ein Besuch in Heigenbrücken allemal lohnenswert! In der Summe war der Aufenthalt als angenehm zu werten.
Weitere Informationen finden Sie unter www.villa-marburg.de

Anschrift:
Villa Marburg
Werner-Wenzel-Straße 1
63869 Heigenbrücken

Telefon: 0 60 20 97 999-0
Telefax: 0 60 20 97 999-999

Text & Fotos: Der Gaumenkitzler

Bayern | Brandenburg

Kommentare (4)

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04.02.2008 bearbeiten
Joachim Schade

Schön dass der Gaumenkitzler in meinem Umland wohnt. Klasse Bericht - habe die Villa Marburg auch schon länger auf meiner Liste.

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04.02.2008 bearbeiten
weinfreak

Hallo Gaumenkitzler,
Chapeau! Sensationell gut geschrieben.

Auch wenn ich das Hotel nicht kenne, bin ich überzeugt davon, wenn die Saison beginnt stellt es sich dort anders dar. Viele Hotels fahren in diesen Monaten auf Sparflamme. Dann funktioniert der Service oder das eine oder andere eben nicht so gut. Und ein tolles Restaurant leer ist das Gegenteil von gemütlich.

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15.03.2008 bearbeiten
Aficionado

Ich kenne dieses Haus finde es jedoch äußerst schade, daß die Bilder, so überhaupt nicht das wahre moderne und romantische Flair rüberbringen. Besser wäre es, wenn lediglich ein Hinweis auf die Homepage angebracht wäre und basta!

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16.03.2008 bearbeiten
DerGaumenkitzler

Nun, bei mir gibt es keine "geschönten Bilder" wie auf den Betreiber-Webseiten. Das wahre Leben sieht manchmal etwas anders aus.
Wie sie vielleicht gemerkt haben, handelt es sich bei dem Bericht um einen Hotelcheck und nicht um einen Werbehinweis für ein Hotel. Von daher veröffentliche ich Text und Bilder aus meiner Sicht. Abgesehen von den geschilderten Mängeln schneidet die Villa Marburg immer noch gut ab.

Das Flair per se würde ich eher als stilvoll/klassisch bezeichnen - weniger als modern, da gäbe es andere Hotels, die besser zu der Umschreibung passen.

Und was die Romantik angeht - davon war natürlich in einem gähnend leeren Haus bei ungefähr 6 Übernachtungsgästen und widerlichem Schmuddelwetter nicht viel zu spüren. Das Personal trug auch nicht gerade dazu bei, Frühlingsgefühle zu entwickeln ;-)

Mein Test war eine Momentaufnahme - ich empfehle jedem Interessenten, seine eigene Erfahrung zu machen.

Beste Grüße

Der Gaumenkitzler

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