Gault Millau 2011 | Ergebnisse für das Saarland
16.11.2010 | Autor Dirk Baranek (73) | Auszeichnungen | Kommentare (0)
Die Ergebnisse des Restaurantführers Gault Millau für 2011 sind veröffentlicht worden. Hier die die wichtigsten Ergebnisse für das Saarland in einer Pressemitteilung des Verlages.
„Der selbstbewusst, doch kein bisschen arrogant sehr komplexe Ge- schmackswelten kreierende“ Starkoch Klaus Erfort zählt nach dem Geschmack der französischen Gourmet-Bibel Gault Millau „zu den Besten der Besten in Deutschland“. In ihrer jetzt erscheinenden Deutschlandausgabe 2011 geraten die Tester bei Erforts Gerichten ins Schwärmen: „Seine in letzter Zeit ganz er- staunliche Entwicklung verläuft mit atemberaubender Konsequenz: noch mehr Klarheit und Konzentration auf dem Teller ganz ohne eitles Virtuosengehabe, aber auch ohne jene Verspieltheit, die bloß an den Dingen kratzt, statt ihnen auf den Grund zu gehen“.
Für Gerichte wie „Hummer mit fein geraspeltem Sellerie und einer Beurre blanc, die ihre subtile Säure dem Granny Smith-Apfel verdankt, oder Lammkote- lett mit confierter und gelierter ‚salziger Zitrone’ sowie süßscharfen Kreuzkümmel-Karotten“ bekam Erfort vom Gault Millau, der nach dem französischen Schulnotensystem urteilt, 19,5 von 20 möglichen Punkten. Diese Wertung haben in Deutschland nur 3 andere Köche: Erforts ehemaliger Chef Harald Wohlfahrt in Baiersbronn (Schwarzwald), Helmut Thieltges im nahen Dreis bei Wittlich und Joachim Wissler in Bergisch Gladbach bei Köln.
Erfort kreierte auch das „Menü des Jahres“ im Gault Millau. Es bietet u.a. Gemüsekrokant, Langoustine und Schweineschwänzchen. Fazit der Kritiker: „Hier ist die reine Sinnenlust ganz konkret und geradezu materiell zu greifen – ohne belastende intellektuelle Bagage, ohne Degustationszirkus und vor allem ohne komplizierte Gedanken an die Küche der Zukunft. Schauend, riechend, schmeckend leben wir allein im unmittelbaren Entzücken. Der rückhaltlose Ge- nuss des Hier und Jetzt, der uns Deutschen so schwer fällt – bei Klaus Erfort in Saarbrücken kann man ihn trainieren.“
Auf 16 Punkte, die einen „hohen Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität“ bedeuten, steigert sich Cliff Hämmerle in seinem „Barrique“ in Blies- kastel. Er beeindruckte die Kritiker durch „Jacobsmuscheln im Aromenfeuer- werk von Grapefruit und rosa Ingwer, eleganten Gâteau von Gänsestopfleber mit grünem Apfel und dezenten Moccanoten sowie stets überzeugende Kombinatio- nen von Fisch und Pilzen“.
Auf 14 Punkte verbessert sich Rudi Geiß von der „Rützelerie Geiß“ in Kirkel durch „pochierte Feigen mit warmgeräucherter Maispoulardenroulade und roten Linsen oder Hirschsteak in Sherryessig/Karamell-Sauce mit Rotkraut- knödel und Pfälzer Kastanien“. Die gleiche Note erreicht auf Anhieb Rudolf Reetz im neueröffneten „Schlachthof“ in Saarbrücken dank Gerichten wie „Linsensalat mit geröstetem Bauchspeck und pochiertem Ei, Blutwurststrudel mit Äpfeln und Sauerkraut sowie Geschmortem von Kalbshaxe bis Ochsen- schwanz“.
An der Spitze der saarländischen Köche, die ihre Vorjahrsnote verteidigten, steht Christian Bau vom „Schloss Berg“ in Perl-Nennig mit 19 Punkten. Er „erstaunt durch einen wachsenden Einfluss der japanischen Küche. Bau experimentiert in ästhetisch wie technisch äußerst anspruchsvollen Kompositionen mit hierzulande kaum bekannten Zutaten und schöpft aus Nippons Stilistik mit ihrem Reichtum an Farben, Formen und Konsistenzen Umwerfend gut in der Trilogie vom Blue Fin-Thunfisch (Rücken, Mittelstück, Bauch) das Tataki auf Sojaschaumbrot und die tiefschürfende japanische Essenz. Aber man findet bei Bau auch weiterhin konventionelle Inszenierungen wie die französische Blutwurst mit etwas Taubenherz und einer zackig aufs Porzellan gemalten Crème, die mehr nach Sauerkraut schmeckt als nahezu alles, was wir bislang unter die- sem Namen diesseits und jenseits des Rheins aufgabelten.“
Die Tester beschreiben und bewerten dieses Jahr insgesamt 12 Restau- rants im Saarland. All deren Küchenchefs zeichnen sie mit einer oder mehreren Kochmützen aus, wofür die Künstler am Herd mindestens 13 von 20 möglichen Punkten erreichen müssen, was einem Michelin-Stern nahe kommt.
Im Vergleich zur Vorjahrsausgabe serviert der wegen seiner stren- gen Urteile und deren zuweilen sarkastischer Begründung von den Köchen ge- fürchtete, von den Gourmets mit Spannung erwartete Gault Millau im Saarland 4 langweilig gewordene Restaurants ab, 5 werden höher, 2 niedriger bewertet.
Die 12 besten Restaurants des Gault Millau im Saarland
1. Gäste Haus Erfort* in Saarbrücken(19,5Punkte)
Schloss Berg in Perl-Nennig (19 Punkte),
3. Hämmerle’s*in Blieskastel,
Le Noir in Saarbrücken,
Kunz in St. Wendel (16 Punkte),
6. Kuntze’s Handelshof und Schlossgarten in Saarbrücken,
Villa Fayence in Wallerfangen (15 Punkte),
9. Rützelerie Geiß* in Kirkel,
Hashimoto und Schlachthof** in Saarbrücken (14 Punkte),
11. Alte Brauerei in St. Ingbert (13 Punkte)
*Aufsteiger **Newcomer





