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Zum Schwan

Hauptstr. 45, 76549 Hügelsheim
| Mehr Informationen zum Restaurant anzeigen
Hauptstr. 45
76549 Hügelsheim
Tel:
07229 2207
Web:
http://www.restaurant-schwan.de
Ranking
Platz 5 von 5 in Hügelsheim
Über uns:
Gutes Essen hat bei uns Tradition. Seit 150 Jahren verköstigt das Restaurant "Zum Schwan" in Hügelsheim Genießer aus nah und fe...
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Preis/Leistung:
1,00 von 5 / 1 Kritik
Küche:
deutsch, Erlebnisgastronomie, gutbürgerlich, international, schwäbisch, gourmet, weniger «mehr »
Ruhetag
Donnerstag
Öffnungszeiten:
Montag bis Mittwoch 12:00 Uhr bis 14:00 Uhr
18:00 Uhr bis 22:00 Uhr
Freitag 18:00 Uhr bis 22:00 Uhr
Samstag bis Sonntag 12:00 Uhr bis 14:00 Uhr
18:00 Uhr bis 22:00 Uhr
Bewertungen von Restaurantführern
Restaurant-Ranglisten.de Rang 1432 mit 15 Punkten
Eine Kritik für Zum Schwan

Kritik von Beatles1 (17) am 25.02.2013

Beurteilung

Gesamtbewertung (2.00 von 5)

Bedienung
Essen
Ambiente
Sauberkeit
Preis-Leistungs-Verhältnis

Rezension

Allgemein

Hügelsheim ist eine winzige Gemeinde zwischen Rhein und Baden-Baden. Man ist vor allem deshalb auf Landkarten zu finden, weil im Dorfberitt  der Airport Karlsruhe-Baden-Baden liegt, den die vormals geschätzte kanadische Luftwaffe bei ihrem Abzug hinterließ. Insider wissen, dass hier für ein paar Jahre auch Familie Morrisette samt Tochter Alannis lebte. Und dass um Hügelsheim im Frühjahr ganz ordentlicher Spargel wächst, der während der Saison auch in beiden örtlichen Restaurants angeboten wird. Beide stehen selbstbewusst und stramm badisch an der Hauptstrasse, beide hatten ihre Heydays im vergangenen Jahrhundert, beide sind nicht mehr auf der Höhe der Zeit. Und doch tut sich was im Dort - der SCHWAN hat seit ein paar Monaten mit Marika Schneider-Fehrmann eine neue Pächterin, die selbst in der Küche steht und von dort aus ihr Glück versucht. Um es vorweg zu nehmen: So wird die Sache nicht funktionieren.

Wer versucht, an einem Sonntag morgen einen Tisch zu reservieren, wird beinahe scheitern: keine Antwort um 9 Uhr, niemand antwortet um 10, und der Versuch um 11.30 Uhr war vergeblich. Ganz schlecht - da hat man sich dann eigentlich längst ein anderes Haus ausgesucht. Wir versuchten es ein weiteres Mal um 11.50 Uhr, diesmal wurde das Telefon ab- und die Reservierung angenommen.

Um 12.30 Uhr wurden wir von der (einzigen) Servicekraft begrüßt und an den Tisch geleitet - zwei Tische waren besetzt, ein weiteres Dutzend eingedeckt, aber frei. Die Speisekarten: kurz, knapp, aber ohne Linie.

Zwei Suppen, darunter eine kräftige Currysuppe mit Gambas (7,50). Unter den Vorspeisen ein asiatisch aufgepeppter weißer Thun für stramme 16,50, ein bayerisches Rindercarpaccio (15,50). Einen Tick merkwürdiger die Zwischengänge: "Gekochter Schinken, Ei, Parmesan, Erbsen" zu 14.50, oder Spaghetti Carbonara - hallo, haben wir da etwas mißverstanden?

Unter den Hauptgängen listet die Chefin eine mindestens ebenso atemberaubende Richtungslosigkeit auf: Wiener Schnitzel (vom Kalb? Vom Schwein?) mit Fritten zu 21,50, ein Rinderfilet zu 32,50, ein gebratener Kalbsrücken (26,90) oder eine Dorade auf Pilzrisotto und Erbsenschaum zu 17.50 Euro, Rindergeschnetzeltes mit Spätzle zu 20 Euro. Wir entschieden uns für Kalb und Dorade. Die Küche verkürzte die Wartezeit mit einem Gruß - ein Lachstartar auf Wasabi, was die Vorliebe des Hauses für asiatische Würzung erneut deutlich machte, aber nach einem Schluck Riesling vom Weingut Bimmerle (offen, 5,60 Euro) von der Zunge verschwunden war. Besser die Currysuppe mit überaus kräftigem Geschmack, die darin schwimmenden beiden Gambas eine nette, aber eher geschmacksarme Dreingabe.

So kam, was kommen mußte: Die Dorade, übersichtlich portioniert, ruhte auf einem gut gerührten Risotto, das leider die Grenze des passenden Salzgehalts überschritten hatte und schwer bis kaum genießbar war. Der Fisch selbst bissfest auf der Haut gebraten und geschmacklich recht gut. Der Kalbsrücken strotzte vor Eigenwilligkeit der Köchin - eine dunke Paste zog sich mittig über die Platte - Haselnußcreme. Am östlichen Ende das Fleisch, am westlichen kleine Rotkohlravioli, drei Stück, hemdenknopfgroße Selleriepürrespritzerchen, sechs oder sieben. Das Fleisch unglücklicherweise von einer bißresistenten Sehne durchzogen und alles andere als perfekt gegart - es wirkte auf den ersten Bissen zwar rechtschaffen rosa, wurde im Verlauf aber bei weitem zu roh. Zudem hatte die Köchin hier sämtlichen Mut zur Würze verloren - was zur Folge hatte, dass das Fleisch mit eigenen Aromen hätte auftrumpfen müssen, das aber nicht konnte, da ihm dazu schlicht die Qualität fehlte. Die Desserts, um 13 Euro, versagten wir uns.

Ein Wort zu den Preisen. Zu diesen Kursen ißt man bei in der Pfälzer Stube Herxheim bei Karl Emil Kunz oder in der Einigkeit Wörth bei Franz Klöfer in unvergleichlicher Atmosphäre und gestandenem Service wie in einer anderen Welt. Hier aber, in einem uninspirierten Dorfgasthaus, das nicht weiß, ob es nach oben oder unten soll, ist eine solche Preisgestaltung schlicht fehl am Platz. Völlig daneben: die Flasche 0,7 Mineralwasser, Gastro-Marke Liz von Hassia, mit 8 Euro auf die Rechnung zu setzen, spricht für ein dramatisch übersteigertes Selbstbewußtsein. Ähnliches gilt für den offenen 09er-Spätburgunder  Barrique von Siegbert Bimmerle, für den das Haus im Viertel unglaubliche 14.50 Euro aufruft. Ein Preis, der selbst angesichts einer schwachen Weinkarte mit drastischer Preisgestaltung Kopfschütteln auslöst.

Nein, so geht es nicht. Wir wünschen dem Schwan, dass sich seine Betreiberin die ganze Sache nochmal durch den Kopf gehen lässt und dann eine Entscheidung trifft: Mag sein, dass sie Wiener Schitzel und Spaghetti ganz gut hinkriegt, und manches Schnitzelhaus ernährt seinen Koch besser als ambitionierte, aber leider talentfreie Küche.

Frau Wirtin diente zuletzt in der Residenz in Aschau in der Patisserie. Schade, dass sie Heinz Winkler nicht öfter über die Schulter geschaut hat. Bestimmt hätte sie dort etwas lernen können.   

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