Almhof

Am Höhenberg 5

92318 Neumarkt in der Oberpfalz

Tel 09181 32584
Fax 09181 440427
angemeldet von Gourminator (420) | zuletzt aktualisiert am 29.12.2010

Gesamtbewertung:
 

05.03.2010 | von Gourminator (420)

 

Essen

 

Bedienung

 

Ambiente

 

Sauberkeit

Wie ist das Preis-Leistungsverhältnis?
 

Ausgezeichnet

Rezension

Es gibt nur wenige Restaurants, für die ich bisher die volle Punktzahl vergeben habe. Der Almhof in Neumarkt ist darunter einzigartig, denn hier verdient auch das Preis-Leistungsverhältnis volle fünf Punkte.

 

Aufmerksam wurde ich auf den Almhof durch einen Beitrag im Regionalfernsehen. Unter dem Motto "Kochen und Talken" ging es um regionale und saisonale Küche, raffinierte Gerichte und frische Kräuter. Ein Grund für mich, einen Ausflug dort hin zu unternehmen.
Der Almhof liegt im Vorort Höhenberg oberhalb von Neumarkt in der Oberpfalz. Die Zufahrt nach Höhenberg führt stets bergauf und die kleinen Serpentinen erinnerten mich ein wenig an eine Paßstraße im Gebirge. Der Name für das Haus aus der Zeit von Anfang 1900 scheint mir deshalb treffend gewählt.

 

Nach gut einer Stunde Fahrt kamen wir in Neumarkt an. Von außen macht der Almhof trotz des tristen Winters einen ganz netten Eindruck - im Sommer muß es hier traumhaft sein. Wir begaben uns zum Eingang, als sich - oh Wunder - die Türe vor uns von ganz alleine öffnete. Nein, kein Bewegungsmelder, sondern die Seniorchefin Lukas. Sie hat wohl bemerkt, daß ein Auto auf den großen Parkplatz vor dem Haus fuhr.
Die Begrüßung war sehr herzlich. Das war nicht gekünstelt, nicht aufgesetzt, sondern echte Freude. Im Gang begegneten wir Meister Georg Lukas und wurden von ihm ebenfalls sehr herzlich willkommen geheißen.

 

Eine kurze Besichtigung der Kaminstub'n und des umgebauten Kuhstalls nebst Hintergrundinformationen durch die Seniorchefin, und bald war ein Platz gefunden. Eine sehr stilvolle Einrichtung, die Rauhputzwand in der Kaminstub'n farblich aufwendig in Tupf- und Wischtechnik gestaltet, überwiegend in Grüntönen gehalten und an einen bemoosten Waldboden erinnernd. Die Stühle sind vornehm mit Hussen überzogen, die Tische sauber mit Stofftischdecken belegt. Als Platzdeckchen fungieren maigrüne Filzunterlagen, darauf liegen kreisrunde "Platzteller" aus dunklem Holz. Alles ist sehr geschmackvoll eingerichtet und dekoriert.


Die Speisekarte: Nicht zu umfangreich, übersichtlich und klar gegliedert. Erste Auffälligkeit: Eine reiche Auswahl an Fischgerichten gleich am Anfang. Die Zubereitung von Fisch ist eine große Leidenschaft von Georg Lukas, wie uns die Senorchefin versicherte.
Zweite Auffälligkeit: Teils sehr außergewöhnliche Gerichte, was mich auf einen "hohen Grad der Kochkunst" (oder Experimentierfreudigkeit?) schließen läßt.
Drittens: Die Preise. Das kann nur ein Druckfehler sein. Oder nicht...?

 


Wir begannen mit einem Almhofer Meerrettichsüppchen (3,80 Euro), das schon nach kurzer Zeit serviert wurde. Ein Traum! Herrlich im Geschmack, schön sämig und deutlich nach frisch geriebenem Meerrettich schmeckend. Hübsch dekoriert mit etwas fein gehackter Petersilie, dazu gab es ein warmes Stückchen Weißbrot.

 

Vor dem Hauptgang wurden die Beilagensalate serviert. Grüner Salat, Eisbergsalat, Feldsalat, Rucola, frisch geraspelter Rettich und fein geschnittene Karotten. Dazu eine leichte Vinaigrette, die den Eigengeschmack der Zutaten noch unterstrich.


Der gebackene Karpfen mit Kartoffelsalat (10,80 Euro) kam schon nach kurzer Zeit. Welch ein Anblick! Der Teigmantel goldbraun ausgebacken und herrlich knusprig (man sollte von einem gebackenen Karpfen ruhig einmal die Flossen gekostet haben). Ein zarter Fisch und völlig ohne penetranten "Altwasser"-Geschmack. Die relativ großen Gräten waren gut auszumachen, so daß sich keine in den Mund verirrte. Einfach ein Genuß, ebenso wie der hausgemachte Kartoffelsalat.


Der Höhepunkt dürfte jedoch der Forellenstrudel auf grüner Soße mit glacierten Kartoffeln (11,00 Euro) gewesen sein. Optisch fast schon ein Kunstwerk. Was hier aussieht wie Röstzwiebeln, sind frittierte Kartoffelspäne - sicher nicht alltäglich. Der Strudel ist gefüllt mit zartem Forellenfilet und etwas Blattspinat. Köstlich im Geschmack, perfekt zubereitet und abgeschmeckt. Die grüne Soße war eine leichte Weißwein-Rahmsoße mit frischen Kräutern, daher die grüne Farbe. Ebenfalls sehr fein und hervorragend passend zu den glacierten Kartoffeln, dem Broccoli und den Karottenstücken. Wirklich ein Meisterwerk!


Als Abschluß nahmen wir noch einen Espresso (1,80). Das war schon fast ein doppelter Espresso, sehr kräftig und aromatisch. Serviert in hübschen Designergeschirr.


 

Abschließend noch zwei Erkenntnisse: Die Preise sind KEIN Druckfehler. Für diese exzellenten Speisen sowie Getränke zahlten wir rund 34 Euro, Zuhause hätten wir mindestens das Doppelte dafür bezahlt.
Und von der Bestellung bis zum Bezahlen verging gerade mal eine knappe Stunde.

 

Die Verabschiedung (mit Handschlag) war ebenso herzlich wie die Begrüßung. Georg Lukas freute sich sichtlich über unser Lob. Noch ein kurzes Schwätzchen - nicht ohne Hinweis auf die nächste Fernsehsendung - und unser Versprechen, bald wieder zu kommen.

 


Fazit: Wenn man viel Glück hat, dann entdeckt man einmal ein solches Lokal. Hier ist alles perfekt: Die Küche, der Service, das Ambiente und die Preise. Eine Stunde Anfahrt war es wert!

Fragebogen

Besucht am 18.02.2010 zum Mittagessen
Anzahl der Personen 2 Personen
Anlass Mittagessen
Wie war die Begrüßung? Sehr freundlich
Wurde uns ein Tisch angeboten? ja
Gab es eine Empfehlung? Tagesempfehlung
Wie war der Umfang der Speisekarte? optimal
Was fiel auf? großes Angebot an Fischgerichten
Wie war die Wartezeit auf die Getränke? sehr kurze Wartezeit
Wie war die Wartezeit auf das Essen? okay
Wie war die Qualität des Essens? ausgezeichnet
Was wurde gegessen? siehe Text
Waren die Zutaten frisch? Ja, waren frisch
Wurde ein Dessert angeboten? Ja, angeboten
War der Koch kreativ? Ja, war kreativ
Sah das Essen gut aus? Ja, sah schmackhaft aus
Wie war das Ambiente? Stilvolle Einrichtung, angenehmes Ambiente
Sauberkeit des Restaurants gut gepflegt
Sauberkeit der Toilette gut gepflegt
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Statistik

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