Ein herzliches Vergelt's Gott ins vorletzte Jahrhundert an den damaligen König Max I., der am 4. Januar 1812 das Biergarten-Reskript verfasst hat. Diese soziale Großtat, eine Einmaligkeit in der Welt, hat bewirkt, dass die Biergärten im Laufe von Generationen eine der wichtigsten bayerischen Institutionen und damit ein unverwechselbares Stück Heimat geworden sind.
Seit dem späten 18. Jahrhundert wurden tiefe Kellerhöhlen ins Erdreich gegraben und bis 1850 reihten sich am Isarhochufer um die 50 Gewölbekeller aneinander. Darüber pflanzten die Brauer großblättrige Kastanienbäume, die einen perfekten Sonnenschutz gaben. Die verlockenden schattigen Plätze zogen im Sommer Ausflügler an, die gleich vor Ort ein Bier trinken wollten. Dagegen protestierten die Wirte und so kam es zu dem oben besagten Machtwort von Max I. am 4.1.1812. Biergärten erfüllen wichtige soziale und kommunikative Funktionen und der "Biergärtner" will das Rauschen der Kastanien hören, die Musik oder das Geräusch von aneinanderstoßenden Bierkrügen.